Zwiebelschmalz

Als Kind war ich oft krank und wurde zur Erholung zu Oma und Opa aufs Land geschickt. Oma verwöhnte mich sehr. Wie damals üblich, hauptsächlich mit Essen und Taschengeld. Meine Großeltern haben ihre Jugend zur Zeit des II Weltkrieges verbracht. Essen war keine Selbstverständlichkeit für diese Generation. Also wurde gefuttert so lange etwas da war. Und ich war da und genug Essen auch.

Oma hat herrliche Gerichte für mich gekocht. Was immer ich wollte. Und ich wollte Schmalzstullen. Das Schmalz und das Brot kamen von Tante Martha. Das war Omas Tante und sie lebte im Nachbardorf. Tante Martha war uralt und trug jeden Tag ihre schwarze Tracht. Auf dem Dachboden ihres Hauses hingen riesige Schinken zum Trocknen. Ein großer Topf mit Schmalz stand immer auf dem blank gescheuerten Holztisch in der Küche. Das Brot wurde draussen im Steinofen gebacken. Es war riesig und duftete herrlich. Und je mehr Schmalzstullen ich verdrückte, desto mehr Freude kam auf Omas Gesicht. Ich durfte Oma erst verlassen, wenn ich Ihrer Meinung nach wieder gut und gesund aussah. Dann hiess es immer: „So Kleinchen, jetzt hast Du wieder richtig dicke Bäckchen“. Ich nehme mal an, ich war dann immer ein ziemlicher Wonneproppen.

Später habe ich mir diese Schmalzstullen natürlich immer versagt, aus Angst meine Figur zu ruinieren. Jetzt ist mir aber ein Rezept gelungen, das meine Figur eher in Form bringt. Auf die Idee zu diesem Rezept hat mich mein Sohn gebracht. Ich habe es rohköstlich abgewandelt und bin erstaunt, wie einfach es zusammengerührt ist.

Kokosöl ist zwar ein Fett und sogar ein gesättigtes, was ja eher im Ruf steht nicht so gesund zu sein, aber es enthält sehr viele mittelkettige Fettsäuren. Diese mittelkettigen Fettsäuren werden, im Gegensatz zu den langkettigen, nicht in Depots abgelagert. Dadurch wird das Kokosöl sofort in Energie umgewandelt und der Blutzuckerspiegel steigt nicht an. Wenn der Blutzuckerspiegel konstant bleibt, bekommst Du auch keine Heisshungerattacken. Dieses herrliche Öl macht sehr schnell und für lange Zeit satt. Wenn Du müde und erschöpft bist und eigentlich eine Tasse Kaffee brauchst, um wieder fit zu werden, versuche es mal mit einem Löffel Kokosöl. Oder einfach mit meinem herrlichen Zwiebelschmalz.

ZUTATEN
200 gr Kokosöl
ca 50 gr getrocknete Zwiebelringe siehe hier
Prise Thymian
Prise Oregano
Prise Steinsalz
Prise Majoran

Schmilz das Kokosöl im Wasserbad oder in Deinem Dehydrator. Hacke die getrockneten Zwiebelringe sehr fein und gebe sie in das flüssige Kokosöl. Füge die Gewürze nach Vorliebe dazu. Mit einem kleinen Schneebesen rührst Du alles gut durch. Schmecke alles noch einmal ab und würze eventuell nach. Fülle es nun in ein fest verschliessbares Glasgefäss. Ich empfehle Dir, ein eher breites als hohes Gefäss zu verwenden, da sich die Zwiebeln unten absetzen und darüber das Kokosfett aushärtet. Stelle es nun zum Festwerden für mindestens 1 Stunde in den Kühlschrank. Wenn es richtig fest ist, lagere es ausserhalb des Kühlschranks und schütze es vor direkter Sonneneinstrahlung. So bleibt es streichfest. Solltest Du es nicht so schnell verbrauchen, kannst Du es auch im Kühlschrank lassen und eine Stunde vor dem Verzehr herausnehmen.

Wenn Du keinen Dehydrator hast zum trocknen der Zwiebeln, dann brate sie in Kokosöl und gib sie statt der getrockneten Zwiebelringe dazu. Dann ist das Zwiebelschmalz zwar nicht mehr roh aber immer noch vegan ;-).

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