Weihnachtsstollen

Heute kann ich Euch endlich meinen ersten eigenen Stollen vorstellen. Eigentlich war ich noch nie eine große Stollenesserin. Waren mir diese doch meistens zu süss. Oma hat jedes Jahr ganz verschiedene Varianten ihrer Stollen gebacken. Da gab es den mit Mohn, Quark, Kakao oder, ganz klassisch, ohne Extras. Damit hat meiner nichts gemein und trotzdem erkennt man einen weihnachtlichen Stollen, wenn man ihn probiert.

Mein Stollen schmeckt auch nicht wie der Dresdner Christstollen 😉 Er schmeckt halt anders. Ist er doch rohköstlich zubereitet und nicht mit Mehl gebacken. Mein Mehl ist aus weissen Mandeln hergestellt. Ich gebe ehrlich zu, will man alles in roher Qualität erhalten, muss man bei meinem Rezept etwas Geduld mitbringen. Ich habe meine Mandeln über Nacht in kaltem Wasser eingeweicht und sie am nächsten Tag jede einzeln und mit einem kleinen Messer von ihrem Häutchen befreit. Das ist Fummelarbeit und man braucht schon etwas Zeit dafür. Aber es hat etwas sehr beruhigendes. Es ist ein bisschen wie Yoga für den Kopf. Ähnlich wie stricken. Auch das ist für mich wie Kopfyoga. Im Stricken bin ich eine große Meisterin und weiss sehr genau, wie gut es für die Seele ist ab und an etwas ganz Stilles zu tun. Und was ist es anderes beim Stricken. Du fertigst Knoten für Knoten. 1000ende Knoten für einen Pullover. Das braucht Geduld. Wenn andere vor dem Fernseher sitzen, in der Nacht schlafen, zusammen Karten spielen, ins Kino gehen, ein Mittagschläfchen halten oder irgendwo in einem Warteraum sitzen, stricke ich. Ganz allein etwas mit mir zu machen, war schon immer meine Stärke. Und dazu zähle ich ab jetzt auch das Entfernen der Mandelhäutchen 😉 Wenn Du aber keine Zeit und Geduld hast, brühst Du die Mandeln kurz mit heissem Wasser ab. Dann sind sie zwar nicht mehr rohköstlich aber die Welt dreht sich trotzdem weiter und gesünder als herkömmlicher Stollen wird unserer allemal. Meine Oma hatte die Angewohnheit die Stollenscheibe nochmals mit Butter zu bestreichen. Das machen wir natürlich nicht. Allerdings etwas Kokosbutter oder Mandelbutter dazu ist auch sensationell.

ZUTATEN
150 gr  Mandeln ohne Häutchen
100 gr Datteln über Nacht eingeweicht
30 gr Möhre
1 TL Stollengewürz
1 TL Zimt
Prise Salz
kleine Handvoll Nüsse und Mandeln gehackt
kleine Handvoll Rosinen
etwas Orangeat
1 EL fein gemahlenen  Xylit zum Bestreuen

Als erstes musst Du die Häutchen von den Mandeln entfernen. Auch die Datteln sollten über Nacht eingeweicht werden. Am nächsten Tag giesst Du das Weichwasser ab. Dieses ist wunderbar süss und lecker und Du kannst es gern für Smoothies oder Säfte verwenden. Gib die Mandeln zusammen mit den Datteln und der klein geschnittenen Möhre in Deinen Hochleistungsmixer und püriere auf mittlerer Stufe, bis eine Teig ähnliche Masse entsteht. Dabei musst Du sicher immer wieder mit dem Stössel die Masse am Rand nach unten schieben. Gib den Teig in eine Schüssel und füge das Stollengewürz, Zimt, eine Prise Salz, die Nüsse, das Orangat und die Rosinen dazu. Knete nochmals alles gut durch. Forme jetzt ein kleines Stollenbrot. Es sollte nicht dicker als 2,5 cm sein. Die Teigkugel kannst Du sehr einfach und ohne Kleberei zwischen einer Frischhaltefolie formen. Lasse Deinen Stollen bei 42 Grad ca. 24 Stunden trocknen. Zuletzt kannst Du ihn mit fein gemahlenem Birkenzucker bestreuen.

Und? Habt Ihr das Rezept ausprobiert? Wenn ja, wie ist es Euch gelungen? Hat der Stollen geschmeckt? Gebt mir gern ein Feedback über das Kontaktformular. Über Erfahrungen, Fragen und Anregungen würde ich mich sehr freuen.

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