Wachholder

Vom Wacholder kannte ich bisher nur diese kleinen schwarzen harten Perlen, ähnlich im Aussehen wie Pfefferkörner. Früher würzte man oft Wildgerichte oder Sauerkraut damit. Auch Wacholderschnaps ist mir in Erinnerung. Ich selbst habe dieses Gewürz nie benutzt. Geschweige denn, dass ich wusste wie und wo es wächst und dass diese Pflanze mit den dunklen Beeren gar zu den Zypressengewächsen gehört. Das der Wacholderbaum direkt vor meiner Haustür wächst, war mir nicht bewusst. Naja, so einfach ist es nun auch wieder nicht mit dem „vor der Haustür wachsen“. Es gibt nur noch sehr wenig Wachholderbäume und diese wachsen hauptsächlich in Heidelandschaften.

So wächst er hier in unserer Gegend in der Fischbeker – und in der Lüneburger Heide. Der Wacholderbaum steht heute unter Naturschutz. Laut Wikipedia wurde das Holz des Wacholders, die Zweige und die Beeren gerne zum Räuchern verwendet. Wacholder Rauch gilt als reinigend und desinfizierend und wurde schon im Mittelalter verwendet. Er riecht sehr holzig und gleichzeitig frisch. Die Rauchentwicklung ist mäßig bis stark. Im Mittelalter wurde er zum ausräuchern von Krankenzimmern und ganzen Städten (Pest) benutzt. Bis in die Neuzeit hinein wurden in der Schweiz und in Frankreich Krankenhäuser mit Wacholder desinfiziert, da er sehr starke keimtötende und abwehrende Kräfte besitzt. Dadurch kam es zu einer Überrodung dieser Bäume.

Das Kauen von Wacholderbeeren hilft wunderbar gegen Mundgeruch. In Grippezeiten ist es hilfreich, täglich ein paar Beeren zu kauen. Das ätherische Öl ist gut gegen Erkältungen und Bronchitis. Der Wacholder ist sehr stark in seiner Wirkung, deshalb sollte man den Gebrauch nie übertreiben. Das interessante an dem Baum ist, das er  ständig und zu jeder Zeit unterschiedlich reife Beeren trägt. So findet man grüne unreife Beeren neben blauen reifen Beeren an einem Baum. Ich selbst esse ab und an ein paar Beeren frisch gepflückt vom Baum oder gebe sie mit in meinen morgendlichen Smoothie. Auch ein Tee ist möglich. Dazu gibst Du ein paar zerquetsche Beeren (ca 1 Teelöffel) auf eine Tasse Aufguss. Diesen lässt man ca 10 Minuten ziehen. Bei Nierenkrankheiten und in der Schwangerschaft sollte man keinen Wacholder zu sich nehmen. Bitte nicht in Massen sammeln. Der Baum steht unter Naturschutz!!

Der Wacholder hatte in allen Kulturen eine magische Anziehung. Im Schamanentum wurde mit Wacholder geräuchert, um die bösen Dämonen zu vertreiben. Bei den Indianern galten die Zedernspitzen als heilig. So wurden sie oft als Amulett im Medizinbeutel getragen. In Indien gilt der Wacholder als Wohnsitz und Nahrung der Götter. Die Ägypter nutzen Wacholderbeeren als magischen Schutz für ihre Mumien. Bei den Kelten galt er als wichtigste Zauberpflanze. Kutscher schnitzten Peitschen aus Wacholder, damit niemand ihre Pferde verzaubern konnte. Ich selbst trage immer ein paar getrocknete Beeren in meiner Jackentasche als Schutz vor einem Zuviel am heutigen Medienkonsum 😉

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