veganer Kartoffelsalat mit Mungobohnen- und Linsensprossen

Wer schon länger hier auf meinem Blog liest wird bemerkt haben, dass ich lange keinen neuen Beitrag veröffentlicht habe. Der Grund für das Ruhen meines Blogs war unser „Hausbau“ Projekt. Ihr glaubt nicht wie zeitintensiv und anstrengend so ein Projekt ist. Auch eine vernünftige Küche war für geraume Zeit nicht vorhanden. Noch ist nicht alles fertig, aber es wohnt sich schon sehr gut in unserem großen hellen Haus mit der geräumigen Küche.

Es ist eine einfache Küche, die mir mein Sohn aus OSB Platten selbst gebaut hat. Ich hatte vorher ca 0,5 m Zubereitungsfläche in meiner Küche. Heute verfüge ich über eine enorm große Arbeitsplatte vor einem großen Fenster mit Blick auf den Wald. Einfach herrlich. Mal sehen was da so für Experimente gelingen. Aber jetzt zum nächsten Rezept.

Unsere größte Freude als Kinder war es, wenn Mutti im Sommer mit uns an den Knappensee zum baden fuhr. Man hört schon an dem Namen K n a p p e n s e e, dass der irgendwas mit Bergbau zu tun haben musste. So war es auch. Ich komme aus Hoyerswerda. Eine Stadt, die extra für das Kohle- und Gaskombinat Schwarze Pumpe neu aus der Erde gestampft wurde. Im Winter war der Schnee immer leicht angegraut. Ich war viel krank als Kind. Als mein Sohn 1982 geboren wurde, war es mit der Luftverschmutzung noch schlimmer. Bronchitis und  Husten waren unsere ständigen Begleiter.

Aber ich schweife schon wieder ab. Das besondere an unserer Fahrradtour an den See war das Brunchpaket. Mutti hatte es meist schon am Abend zuvor zurecht gemacht. Neben Schnittchen, hart gekochten Eiern und Cottbuser Keksen, gab es auch immer Kartoffelsalat. Kaum waren wir am See angekommen, haben mein Bruder und ich gedrängelt und auf unseren heftigen Hunger hingewiesen. Angeblich konnten wir kaum noch stehen, ohne endlich unseren Kartoffelsalat als Stärkung zu bekommen. Wir hatten eine sehr liebevolle Mutter und es war nie besonders schwer, sie um den kleinen Finger zu wickeln. So war der Kartoffelsalat meist schon in der ersten Stunden erledigt. Für später blieben dann ja immer noch Schnittchen, harte Eier und die Cottbuser Kekse. Meine Ernährung als Kind war nicht so großartig. Obst und Gemüse war in unserem Land Mangelware und gewusst hat man über gesunde Ernährung auch nicht allzu viel.

Ich erinnere mich jedenfalls mit Wonne an jene Ausflüge und an den Kartoffelsalat. Der immer, wenn auch nicht unbedingt gesund, so doch mit viel Liebe hergestellt wurde. Eine Kindheitserinnerung, die ich nicht missen möchte.

Zu jener Zeit hat man in den Kartoffelsalat viel Mayonnaise und Fleischsalat getan. Seit Jahren schon stelle ich einen veganen Kartoffelsalat her, der nach Lust und Laune veränderbar ist. Hauptzutat meines Kartoffelsalats ist Gemüse wie: grüne Gurke, Paprika, Kohlrabi, roher Blumenkohl, Tomaten, Zwiebeln, Erbsen, Mais, Champignons, Möhren, Sellerie, Porree, Zwiebeln, Pastinaken und immer auch ein bis zwei geriebene Äpfel. Erst an zweiter Stelle kommen Pellkartoffeln. Ich nehme alles Gemüse, gefroren oder frisch, was ich gerade im Haus habe. Dazu kommen noch Gewürzgurken mit etwas von der Flüssigkeit, Leinöl oder Olivenöl, Chayennepfeffer, Salz, Soyasauce und eventuell Hafersahne. Letztendlich ist es immer mehr ein Gemüsesalat mit Kartoffeln als umgekehrt. Einzige Schwierigkeit dabei, Ihr müsst viel Gemüse schnippeln. Meine Devise „Iss Mehr Roh“ kann man hier gut einhalten, so Ihr denn das Gemüse frisch und ungekocht verwendet. Allerdings sieht mein Kartoffelsalat meist etwas bräunlich aus, da ich keine fetthaltige weisse Mayonaise sondern Soyasauce verwende. Visuell ist er dadurch etwas anspruchsvoller 😉

Noch knackiger und leckerer wird der Salat mit frischen Soyasprossen und/oder anderen Sprossen. In meinem Fall habe ich (siehe Foto) noch selbst gezogene frische Linsensprossen dazugenommen. Gefrorene Erbsen und Mais kannst Du einfach in ein Sieb geben, etwas warmes Wasser darüber fliessen lassen, damit sie auftauen und dann ungekocht in den Salat geben.

Übrigens, Soyasprossen sind eigentlich keine Soyasprossen sondern Mungobohnensprossen. Du kannst sie selbst ziehen oder in Asialäden fertig gesprosst kaufen. Aber Achtung! Wie bei allen Sprossen müsst Ihr sehr auf Frische und Sauberkeit achten. Schau Dir die Sprossen genau an wenn Du sie kaufst. Sie sollten noch schön hell und knackig sein und keine braunen Stellen haben. Soyasprossen halten höchstens 2 Tage im Kühlschrank. Spüle sie vor dem Verzehr sehr gut ab. Gib sie danach ganz kurz in kochendes Wasser. Höchstens 20 Sekunden, so das alle Bakterien etc abgetötet sind. Dann nochmals abspülen und Ihr werdet sehen, sie sind immer noch richtig knackig.

ZUTATEN
Gefrorenes und frisches Gemüse Deiner Wahl z.B. grüne Gurken, Paprika, Zwiebeln, Tomaten, Sellerie, Porree,
Kohlrabi, roher Blumenkohl, Pastinaken, Möhren usw.
Kartoffeln oder Vollkornnudeln
1 bis 2 Äpfel grob gerieben
Gewürzgurken mit der Flüssigkeit oder einfach nur frisch gepresster Zitronensaft
Ein wenig Leinöl oder Olivenöl
Salz, Chayennepfeffer
Hafersahne oder andere pflanzliche Sahne
Sprossen Deiner Wahl
Sonnenblumenkerne nach Vorliebe
Kürbiskerne nach Vorliebe
Soyasauce

Das frische Gemüse klein schneiden und das gefrorene Gemüse mit etwas warmen Wasser auftauen. Pellkartoffeln kochen und kurz auskühlen lassen. Noch besser wäre es, wenn Du die Kartoffeln schon einen Tag vorher gekocht und gepellt hast. Schneide die Kartoffeln klein und fülle sie mit dem Gemüse in eine große Schüssel. Schneide die Gewürzgurken ebenfalls klein und gib sie zusammen mit etwas von ihrer Flüssigkeit (nach Vorliebe) und den geriebenen Äpfeln mit in die Schüssel. Würze alles mit Öl, Salz, Chayennepfeffer, Hafersahne und Sojasauce. Mit zwei großen Löffel den Salat vorsichtig vermengen, abschmecken, nachwürzen und F E R T I G.
Viel Spass beim ausprobieren und guten Appetit.

Und? Hast Du das Rezept ausprobiert? Wie ist es Dir gelungen? Über ein Feedback würde ich mich sehr
freuen.

2 comments

  1. Oh das klingt sehr lecker! Vielen Dank!

    1. Kerstin_Stephan

      Das freut mich 🙂

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