Raw Food Academy bei Boris Lauser absolviert

Boris Lauser ist wohl mit einer der bekanntesten Raw Chefs Deutschlands. Ich habe schon viel über und von ihm gelesen. Unter anderem auch das neueste Buch GO RAW BE ALIVE. Bei der Messe RohVolution 2015 in Berlin  nahm ich an einem seiner Workshops teil. Einige Rezepte aus seinem neuesten Buch habe ich bereits ausprobiert und kann nur davon schwärmen. Vorige Woche hatte ich das große Glück, bei Boris eine 1 wöchige Intensiv Ausbildung zum b.alive Basic Raw Chef absolvieren zu können. Die Ausbildung fand in Berlin statt. Es war eine Woche voller Energie und rohköstlichen Leckereien.


Wir waren eine Gruppe von 14 Teilnehmern. Einige von uns befanden sich schon lange auf dem Weg der Rohkost, andere waren einfach nur offen und neugierig und wollten wissen was auf diesem Gebiet alles möglich ist. Es sind sehr unterschiedliche und interessante Menschen zusammen gekommen. Die Stimmung war vom ersten Tag an wunderbar. Durch seine bescheidene, professionelle und hoch konzentrierte Art, hatte Boris einen großen Anteil an dieser guten Atmosphäre.

Höhepunkt eines jeden Tages war das gemeinsame Essen an einer großen Tafel mit unseren selbst zubereiteten Menüs. Jeden Morgen um 10 Uhr früh saßen wir  bei einem herrlichen Frühstück zusammen. Mal gab es einen Chiapudding aus Mandelmilch mit Früchten und Nüssen, einen Green Smoothie, eine Bowl oder auch rohköstliche Pancakes mit Fruchtsauce. Es waren immer Gerichte, die wir am Vortag vorbereiteten und die am nächsten Tag göttlich schmeckten.

Boris5

Während des Frühstücks stellte uns Boris den Tagesplan vor. Meist teilten wir uns selbst in Gruppen für die einzelnen Gerichte ein. Boris erklärte uns die Besonderheiten und wies uns auf den Gehalt an Vitaminen und Mineralien in den Lebensmitteln hin. Er zeigte uns die richtige Handhabung des Messers und übte mit uns besondere Schnitttechniken.

Boris3Wir arbeiteten alle zusammen an einem großen Tisch auf denen mehrere Maschinen standen. Bei der Zubereitung der Gerichte hatten wir großen Spaß. Wenn Boris ein neues Gericht vorführte, ließ er uns probieren, indem er mit einem Löffel jedem von uns einen Klecks auf dem Handrücken gab.

Zwischendurch hatten wir zwei interessante Vorträge von Gastdozenten zum Thema Detox und Wasser. Ich liebe reines klares Wasser und trinke es nur aus der Leitung. Allerdings immer mit einem etwas mulmigen Gefühl. Das Thema Wasser lässt viele von uns nicht los. Reicht reines Leitungswasser oder muss ich doch filtern? Wenn ja, mit welchem Filtersystem und was kostet es? Oder reicht doch einfach nur gekauftes stilles Wasser? Gibt es wirklich wissenschaftliche Studien zur Notwendigkeit von Wasserfiltern oder ist es doch nur Hokuspokus? Übrigens stand uns ständig wunderbar gefiltertes Wasser zur Verfügung. Es hat herrlich geschmeckt.

Der Umgang mit Rohkost ist in vielem komplizierter, da die Zubereitung manchmal Tage im voraus geplant werden muss. So werden Nüssen und Samen vor dem Verzehr eingeweicht oder gekeimt. Fermentierte Speisen müssen länger stehen, ehe Milchsäurebakterien das Gericht richtig schmackhaft machen. Rohkostbrote, Wraps und Falafel kommen für mehrere Stunden zum Trocknen in einen Dehydrator. Chiasamen müssen eine Weile aufquellen. All das muss bedacht werden, bis diese wunderbaren Gerichte entstehen. Für eine kleine Familie zu Hause oder eine einzelne Person ist das sicher kein Problem. Irgendwann bekommt man da Routine. Für so eine große Gruppe war das schon eine Herausforderung. Boris hat es mit Bravour und ohne Pannen hinbekommen. Über diesen reibungslosen Ablauf war ich immer am meisten erstaunt.

Wir begannen am Anfang der Woche mit allen Rezepten wie Nusskäse, Jogurth, Frischkäsecremes, Quark und Kimchi, da diese zum Fermentieren für mehrere Tage ruhen müssen, um ihren Geschmack voll auszuprägen. Später kamen dann Brote, Reis, Pancakes, Cracker, Eis, Wraps, Sushi, Pizza, Lasagne, Schokolade, Dressings, Saucen und Salate dazu.Boris2

Es war immer alles reichlich vorhanden. Nie hat etwas gefehlt. Die exotischsten Gewürze und Öle, auf die wir ständig freien Zugriff hatten, standen auf einem Tisch für uns bereit. Auch Geschirr, Messer und Schüsseln waren in ausreichender Menge vorhanden, so dass wir immer zügig und hintereinander arbeiten konnten.

Wir haben in dieser einen Woche wie die Teufel gemixt, gehackt, geschnitten, gerollt, gerührt und geschüttelt. Wir haben Chinakohl für Kim-Chi geknetet, bis es unter seinem eigenen Wasser stand. Wir haben Unmengen an Cashewnüssen, Knoblauch, Kräutern und Gewürzen verbraucht. Wir haben Wraps mit einem Winkeleisen exakt und hauchdünn auf Folien gestrichen. Wir haben Green Smoothies aus Früchten und grünen Blättern mit Chillie gewürzt. Wir haben Carpaccio mit Zitroneneis und rotem Pfeffer verschlungen. Wir haben nicht gewagt, frische Kokosnüsse mit einem Hackebeil zu öffnen. (Das mussten Boris und Irene für uns Angsthasen erledigen). Wir haben Sushi mit Pastinakenreis gefüllt und gerollt. Boris4Wir haben dekoriert und verziert wie 3 Sterne Köche. Wir haben probiert, geschwatzt und viel gelacht.

Wir hatten großen Spaß, waren inspiriert und motiviert und haben unser Bestes gegeben. Es war eine unglaubliche Woche. Nochmals Dank an Boris und meine freundlichen Mitschüler.

 

Boris6

 

3 comments

  1. Liebe Kerstin, einfach ganz doll geschrieben! Ich würde mich an Stelle der anderen sehr freuen darüber!
    Toll und eine feine Wertschätzung!
    Beste Grüße! E&P

    1. Danke Peti :-)) Es war auch wirklich eine tolle Woche. Vielleicht kann ich Dich irgendwann ja mal mit einem kleinen Gericht verwöhnen 😉

  2. Monika Preibisch

    Sehr gut berichtet, Kerstin.die Begeisterung Deinerseits kann anstecken.Probiere schnell mal was aus.M…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.