Heimischer Matcha ;-)

Jeden Morgen überlege ich auf’s Neue, mit welchem Heissgetränk ich meinen Tag freudig beginnen könnte.Kaffee habe ich mir schon seit langer Zeit abgewöhnt. Aber auch hier bestätigen Ausnahmen die Regel. Ab und an geniesse ich natürlich auch mal einen Kaffee. Allerdings trinke ich diesen nie mit Milch. Fast in allen Kaffeehäusern gibt es ja bereits pflanzliche Milchalternativen. Aber zurück zu meinem täglichen Morgenritual.

Manchmal bereite ich mir morgens einen grünen Tee oder einen Matcha, meistens jedoch einen Roibuschtee mit pflanzlicher Mandel- oder Hafermilch zu. Der Roibuschtee wird auch nach wie vor in meinem morgendlichen Ritutal die grösste Rolle spielen. Von grünem Tee und Matcha bekomme ich leider fast sofort Herzrasen. Das kann sich manchmal den ganzen Tag über hinziehen. Ein sehr unangenehmes Gefühl. Meist bin ich trotzdem noch müde, aber mein Herz rast. Scheinbar reagiert mein Organismus sehr empfindlich auf jede Art von Koffein. Egal welches Koffein, ob vom Kaffee, das angeblich sofort wirkt oder das Koffein vom Tee, das erst im Darm frei gesetzt wird. Also wird auch der Genuss von grünem Tee und Matcha, der ja nur eine pulverisierte Form vom grünem Tee ist, eine Aussnahme bleiben.

Grüner Tee wächst nicht bei uns und muss von weit her transportiert werden. Er kommt aus China, Japan oder Indien. Demzufolge ist seine Umweltbilanz nicht die beste.

Immer wenn ich mir einen Matcha zubereite, denke ich: Dazu muss es doch noch eine einheimische Alternative geben. Wildkräuter gibt es auch bei uns reichlich und sie werden frisch und in getrockneter Form ebenfalls als Tee gern getrunken. Diese Kräuter sind so grün wie Matcha und auch wunderbar zu pulverisieren. Da ich gerade Brennnesselsamen sammle und trockne, liegt es nahe, aus den restlichen getrockneten Blättern der Brennnessel, Brennnesselpulver ähnlich wie Matcha herzustellen. Eventuell könnte man das auch aus getrockneten Löwenzahnblättern versuchen. Zumal man ja aus den getrockneten Wurzeln des Löwenzahn bereits seit Urzeiten eine Art Kaffeeersatz zubreitet hat.

Überhaupt versuche ich mehr und mehr heimische Alternativen zu finden. All die ganzen Superfoods, die von weit her eingeflogen werden und denen fast immer unglaubliche Wunderwirkungen zugesprochen werden, sind meiner Meinung nach nicht notwendig. Das heisst nicht, dass sie wirkungslos oder gar wertlos sind. Das kann ich gar nicht wissen. Auf alle Fälle sind sie teuer und exotisch.

Vieles das bei uns wächst, wird bereits seit Jahrhunderten zum Zweck der Heilung von Krankheiten oder einfach nur zum allgemeinen Wohlbefinden gesammelt und genutzt. Ich denke da hauptsächlich an unsere heimischen getrockneten Kräuter, Früchte und Samen. Du kannst diese Kräuter und Tees auch kaufen. Besser und günstiger wäre es allerdings, selbst hinaus in die Natur zu gehen und diese wunderbaren Wildkräuter zu sammeln und zu trocknen.

Irgendwie glauben die meisten Menschen aber, dass diese exotischen Pulver, Wurzeln und Früchte wie Ginseng, Maca, Moringa, Gojiebeeren, Acaibeeren usw. besser, wertvoller und wirkungsvoller sind, als die aus heimischer Natur.

Indem ich die getrockneten Blätter der Brennnessel mit einem kleinen Mixer pulverisiert habe, ist es mir gelungen, selbst so ein Pulver, ähnlich dem Matcha Pulver, herzustellen. Etwas deprimierend war dann allerdings der praktische Test. Im Gegensatz zum Matcha löst sich das BrennnesselPulver nicht im warmen bzw heissem Wasser auf. Da kann ich noch soviel schaumschlagen mit dem Matchabesen. Es löste sich einfach nicht auf. Trotzdem hat das Getränk schon mal sehr gut geschmeckt.

Die Herstellung und Nutzung der pulverisierten Form funktionierte einfach nicht. Ich habe dann einfach die getrockneten Blätter in eine Teesieb getan und mit heissem (bzw. warmen) Wasser aufgegossen. Sehr lecker wurde das Getränk zusammen mit einem Teelöffel Xylit und reichlich warmer Mandel- oder Hafermilch mit Vanille. Ihr könnt natürlich den Tee auch nur in warmer Mandelmilch ca 10 Minuten ziehen lassen.

Ich habe einer Freundin dieses Getränk als einheimischen Matcha angeboten 😉 In einer Pause während unseres anregenden Gespräches fragte ich sie so ganz nebenbei wie ihr das Getränk eigentlich schmecken würde. Ihrer Meinung nach war es ein interessanter Geschmack ähnlich dem des Matcha aber eben doch anders. Wohl aber sehr lecker.

Am Ende ist es nichts weiter als Brennnesseltee mit MandelVanilleMilch und einem kleinen Löffel Süsse Deiner Wahl. Für mich ein herrliches, gesundes und enorm billiges Getränk. Die Brennnessel wird als die Königin der Heilkräuter benannt. Ihre gesundheitlichen Vorzüge sind uns allen bekannt. Auch wird der Brennnessel eine belebende Wirkung zugeschrieben. Laut Wikipedia ist die Pflanze reich an Vitaminen A und C, Eisen, Kalium, Mangan und Calcium.

Für mich ist es das Getränk überhaupt und der teure Matcha bleibt demnächst im Bioladen. Aber auch hier wird es Ausnahmen geben 😉

ZUTATEN
Brennnesseltee – getrocknet oder frisch
Mandel- oder Hafermilch mit Vanille (gekauft oder selbst hergestellt)
1 TL Xylit oder Süsse Deiner Wahl

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.