Milch

Meine Mutter war eine von den guten. Sie war immer darauf bedacht, nur das Beste für mich und meine zwei Brüder zu geben. Und dazu gehörte Milch in Form von unserem morgendlichen Puddingsüppchen. Die Süppchen wechselten zwischen den Varianten: Frucht, Vanille oder Schokolade. Am schnellsten sind wir aus den Betten gekommen bei der Variante Schokolade.

Wenn es kein Süppchen gab, weil gerade mal die Milch alle war, gab es Knusperstullchen. Das war Mischbrot in der Pfanne mit viel guter Butter gebraten und als Topping kam Zucker darauf. Mutti hat es damals nicht besser gewusst.

Mein Gesundheitszustand als Kind war miserabel. Ich hatte ständig Erkältungen oder Angina. Die Polypen wurden mir beizeiten entfernt. Damals noch ohne Narkose. Das war eine furchtbare Prozedur. Meine Zahnbeschwerden mit Kiefernvereiterungen waren meine ständigen Begleiter all die Jahre. Zumal es in der ehemalige DDR keine örtlichen Narkosebehandlungen gab. Nur bei Zahnentfernungen wurde betäubt. Furchtbare Angstzustände hatte wir Kinder in den Wartezimmern der Zahnärzte. Wartezeiten von 2 bis 3 Stunden waren keine Seltenheit. Und warten mit diesem Angstgefühl war der Horror.
Im Alter von 5 Jahren war ich wochenlang im Krankenhaus mit Gelbsucht. Ausserdem wurden mir drei mal Tumore im Halsbereich entfernt. Die erste OP hatte ich schon mit 13 Jahren. Der Tumor wuchs immer wieder nach, so das noch zwei weitere Operationen nötig waren.

Natürlich weiss ich nicht, ob das alles an der Milch lag. Unsere Ernährung bestand hauptsächlich aus gekochten und denaturierten Lebensmitteln. Frisches Obst und Gemüse habe ich so gut wie nie gegessen. Die Versorgung war in der ehemaligen DDR nicht besonders reichhaltig.

Heute trinke ich keine Milch mehr. Allein die Logik der Milcherzeugung hat mich überzeugt. Die Kuh trägt ein Kalb und das Kalb braucht Milch – Muttermilch, also die Milch der Kuh. Heute aber wird das Kälbchen sofort von der Mutter getrennt, damit die Milch für uns Menschen aufbereitet werden kann. Nein, das möchte ich nicht. Ich habe einmal erlebt wie einer Kuh das Kälbchen sofort nach der Geburt weg genommen wurde. Es war herzzerreissend das Brüllen der Kuh zu hören. Die Kälber werden nach der Schnellmast zu Fleischprodukten verarbeitet. Heutzutage teilweise nicht einmal mehr das, weil die Preise für Kälber eine Mast nicht zulassen. Hinzu kommen viele wissenschaftlichen Erkenntnisse über die Verträglichkeit der Milch für uns Menschen (siehe Video).

Milchalternativen gibt es viele. Du kannst Hafer-, Soja, Hanf, Reis oder Mandelmilch kaufen, oder besser noch, selbst herstellen. Ok, ich gebe zu es schmeckt nicht genauso wie Kuhmilch, aber Du wirst Dich an dieses andere Geschmackserlebnis gewöhnen und viele neue Rezepte mit diesen Varianten ausprobieren können. Gern Kannst Du auch dieses Rezept „Mandelmilch“ ausprobieren

 

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