iss MEHR roh

Ich habe die Überschrift meines Blogs verändert. Jetzt steht hier nicht mehr: Iss Roh, sondern: Iss MEHR Roh. Warum? Ich werde immer wieder von Freunden, Bekannten und Kursteilnehmern gefragt, ob ich denn 100%ige Rohköstlerin bin. Nirgends wird soviel über Prozente geredet wie in der veganen Rohkost ;-). Ständig wird man danach befragt. Das ist scheinbar für viele sehr interessant. Warum ist das so? Ganz einfach – weil es fast unmöglich scheint.

Sicher gibt es Menschen die das konsequent durchziehen und sich 100%ig rohköstlich ernähren. Hut ab. Ich schaffe es nicht, denn schon Tee trinken wäre keine Rohkost mehr.

In vielen rohköstlichen Blogs, Plattformen und Interviews wird immer wieder die Frage gestellt, warum so viele Rohköstler nach einer gewissen Zeit wieder zurück zur Kochkost wechseln? Warum ist das so, habe ich mich auch früher immer gefragt. Damals, als ich selbst begeisterte Rohköstlerin wurde und mein Ziel war, auf 100 % Rohkost zu kommen. Heute, 5 Jahre später, geht es mir genauso wie vielen rohköstlichen Enthusiasten vor mir. Auch ich bin nicht mehr gewillt, mit aller Macht diese 100% einzuhalten.

Versteht mich nicht falsch. Für mich ist die vegane rohköstlicher Ernährung immer noch die beste Ernährung überhaupt. Unabhängig davon, dass man sehr viel positives an Studien und Erfahrungen in Büchern und im Internet darüber lesen kann, habe ich meine eigenen Erfahrungen mit der Rohkost machen können. Und diese waren immer sehr positiv.

Wenn ich es geschafft habe, ganze Tage oder Wochen ausschliesslich rohköstlich zu essen, war mein Wohlgefühl enorm. Ich habe mich leicht und beschwingt gefühlt. Nichts drückte oder fühlte sich voll im Bauch an.

Ich meine damit allerdings nicht die Gourmet Rohkost. Das ist eine Form der Rohkost, in der viele Nüssen, Samen, Mandeln und anderen Produkten zu einem Produkt vermengt werden. Diese sind dann sehr reich an Fett und Zucker. Es ist zwar noch immer Rohkost, aber auch diese ist, ähnlich wie denaturierte Produkte, sehr schwer verdaulich. Dazu gehören rohköstliche Torten, Süßspeisen, Brote, Cracker usw.

So ging es mir immer ausgezeichnet, wenn ich mit meiner rohköstlichen Ernährung einfach und natürlich geblieben bin. Ich mich also mit reichlich Obst, frischem Gemüse, Wildkräutern, Salaten, Suppen, etwas Öl und eventuell etwas Rohkostbrot ernährte. Dazu trank ich immer reichlich stilles Wasser.

Ich halte diese 100%ige Konsequenz allerdings nie über einen längeren Zeitraum durch. Ich finde es auch nicht wirklich notwendig. Essen muss und soll auch immer noch Spass machen. Und wenn Ihr Lust auf etwas warmes zu den Rohkostgerichten habt, dann bereitet Euch das auch zu. Auf was ich immer verzichten würde, sind jede Art von Fertigprodukten und tierischen Produkten.

So kam auch meine Lust auf gekochtes immer wieder auf. Da reichten auch keine, durch Reibungshitze des Hochleistungsmixers, angewärmten rohköstliche Suppen. Da musste etwas anderes her. So habe ich nach und nach gekochte Hirse, etwas Kartoffeln, Kürbis, Süsskartoffeln, Glasnudeln, Quinoa oder gebackenes glutenfreies Knäckebrot in meine Ernährung mit eingebaut.

Warme Hirse zu Salat oder gebackenes Knäckebrot zur Rohkostsuppe sind ebenfalls sehr lecker und haben noch immer eine große Leichtigkeit. Auch wenn ich mir ein paar Kartoffeln koche, esse ich dazu nur Kimchi, Sauerkraut oder einfach nur ein frisch zubereiteter Spitzkohlsalat und etwas Leinöl.

Nicht immer koche oder backe ich mir ein veganes Gericht dazu. Es gibt Tage, da esse ich nach wie vor nur Rohkost. Dann gibt es aber auch Tage, da sind es nur 60, 70, 80 oder 90 %. Ich finde das in Ordnung.

Auch fehlt mir der eindeutige Beweis dafür, dass 100 % Rohkost wirklich sooo gesund ist. Wofür es reichlich Beweise und Gründe gibt ist die vegane Ernährung und diese werde ich sicher niemals ändern. Dabei bleibe ich.

Also, macht Euch keinen Stress. Mehr Obst und Gemüse ist allemal besser als Huhn, Hahn, Rind, Eier, Weissbrot und Burger. Wichtig für mich ist nur – Bleibt wenn möglich immer VEGAN.

Eure Kerstin

 

2 comments

  1. Ich finde deinen neuen Titel sehr positiv un offen formuliert. Mich als „Neuling“ hat bei google das „issroh“ etwas abgeschreckt, deshalb habe ich sofort dankbar auf diesen Artikel geklickt ? Danke, ich esse MEHR roh. Ohne dogmatisch zu sein. Toll!

    1. Hallo Elske,
      Das freut mich. Und JA, ganz genau – einfach anfangen und sich nicht stressen.
      Meist liegt im LosLassen der Erfolg 🙂
      LG Kerstin

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