Im Hotel gesund und roh essen ist nicht so einfach – aber möglich

Seit Monaten leben wir aus dem Koffer. Warum?
Wir hatten einen großen Wasserschaden in unserem Haus und seit fast 8 Monaten wird es deshalb saniert. Seit dem haben wir in mehreren Unterkünften gewohnt. Es ist unglaublich aber wahr. Wir hoffen in der nächsten Woche nun endlich wieder nach Hause zu können.

Wir waren nicht schlecht untergebracht. Allerdings sind die Küchensituationen und die Verbindungen zum Internet für mich oft sehr unbefriedigend gewesen. Zu Hause haben wir eine super schnelle Bandbreite und können entsprechend schnell am Computer arbeiten.

Im Moment  wohnen wir seit fast 3 Wochen in einem sehr schönen Hotel direkt in Hamburg Finkenwerder.  Wir haben einen herrlichen Blick auf die Elbe, um den uns viele beneiden würden. Allerdings ist unser Zimmer hier, wie in den meisten Hotels, ohne eine eigene Küche. Auch das Internet ist sehr sehr schwerfällig.

Im Hotelrestaurant essen zu gehen kommt für uns nicht in Frage. Erstens ist es uns zu teuer und zweitens mögen wir dieses übersichtlich arrangierte und gekochte Essen nicht. Auch kommt der Rohkostanteil für mich viel zu kurz. Also muss ich improvisieren. Es ist nicht so einfach eine Stelle in unserem schönen Zimmer zu finden, wo ich schneiden, hacken und etwas herum kleckern könnte. Einzig der schöne große Waschtisch im Badezimmer ist als Alternative ganz gut geeignet.

Frisches Obst und Gemüse gibt es überall in unserem Umfeld zu kaufen. Mit meinem kleinen Mixer  dem Personal Blender, kann ich mir einfache Smoothies zubereiten. Mit der Nutzung der wunderbaren Wildkräuter ,die um unser Hotel herum wachsen, ist das schon mal perfekt. Um großartig Salate anzurichten ist es etwas zu eng in unserem Bad. Deshalb kaufe ich mir alle 4 Tage frisches Sauerkraut im Bioladen. Das schmeckt unglaublich köstlich und befriedigt meinen Salathunger fürs erste.

Zum Glück haben wir auch einen kleinen Kühlschrank für „süsse Getränke“. Die Getränke wie: Cola, Brause und kohlensäurehaltiges Wasser (die vom Hotel täglich erneuert werden) wurden ausrangiert und der Minikühlschrank wird mit grünem Gemüse, buntem Obst und Mandel – bzw Hafermilch gefüllt. Die vegane Milch kann ich hier nicht selbst herstellen. Dafür greife ich ausnahmsweise mal auf gekaufte vegane Milch aus dem Bioladen zurück. Auch Rohkostbrot kann ich nicht dörren, deshalb bin ich auf Pumpernickel ausgewichen. Das ist zwar nicht roh aber als Alternative ganz gut geeignet. Zumal ich an sich sehr wenig davon esse.

Früh presse ich mir täglich eine Zitrone aus und trinke diese mit Wasser verdünnt auf nüchternen Magen. Eine kleine mechanische Zitronenpresse passt in jede Tasche. Gegen Mittag esse ich meinen Chiapudding mit Flohsamenschalen. Das macht sich ausgezeichnet. Einen Teller und Besteck wurden mir freundlicherweise von der Rezeption gestellt. Jeden Abend rühre ich mir einen Brei aus Mandel – oder Hafermilch mit reichlich Chiasamen und/oder Flohsamenschalen an. Dazu eignet sich das leere Sauerkrautbehältnis sehr gut. Gut ümgerührt lasse ich den ChiaFlohsamenpudding im Kühlschrank über Nacht quellen. Nächsten morgen zerdrücke ich mir einen Banane mit der Gabel, rühre sie unter meinen Pudding und streue etwas Hanfsamen und/ oder Erdmandelmehl drüber. Schlussendlich garnieren ich alles mit frischem Obst der Saison. Im Moment sind das heimische Erdbeeren aus dem „alten Land“. Ein großes Feld befindet sich nicht allzu weit vom Hotel entfernt.

Ab und an gehen wir dann doch essen. Eine sehr schöne und grüne Alternative bieten vietnamesische Restaurants. Ich bin eine treue Seele und bestelle eigentlich immer das gleiche, Wakamesalat mit Sesamöl und frischer Avocado und als Hauptmahlzeit eine kleine warme Misosuppe mit Algen und Tofu. Beide Gerichte sind göttlich. Die Misosuppe ist zwar nicht rohköstlich aber vegan. Wakame ist eine Alge, die getrocknet in Deutschland angeboten wird. Man muss sie ca 30 Minuten in Wasser einweichen und kann sie dann sofort als eine Art Spagetti weiter verarbeiten. Sehr lecker schmeckt in Misosuppe oder eben als Salat. Damit werde ich in der nächsten Zeit noch weiter experimentieren. Ansonsten habe ich auch immer ein paar frische Datteln im Kühlschrank und stilles Wasser.

Trotz allem freue ich mich riesig endlich wieder zu Hause zu sein, in meiner Küche neue Rezepte auszuprobieren und alles schnell und zügig am Computer zu dokumentieren um meinem Blog wieder eine gewisse Regelmässigkeit geben zu können.

Das erste was ich neu zu Hause ausprobieren möchte sind frisch gepresste Wildkräutersäfte und der Anbau von Weizengras. Dazu habe ich mir eine neue kleine mechanische Saftpresse über das Internet bestellt. Meine Vorfreude auf diese Experiment ist riesig. Ich werde Euch berichten.

Bis dahin alles liebe
Eure Kerstin

Was Ihr immer dabei haben solltet in Ausnahmesituationen ohne Küche

Obst und Gemüse
Zitronen, Zitronen, Zitronen …..
Chiasamen
Flohsamenschalen
Erdmandelmehl
Mandeln, Nüsse, Samen
Datteln
vegane Milch aus dem Bioladen
Sauerkraut aus dem Bioladen

Kleiner Mixer
handliche Zitronenpresse
kleines gutes Messer
Besteck
Schale und Teller (wenn möglich)

Es gibt natürlich noch sehr viel mehr Möglichkeiten der Alternativen. Wie geht Ihr mit solchen Situationen um?Gebt mir gern ein Feedback über das Kontaktformular. Über Ideen, Hinweise und Anregungen würde ich mich sehr freuen.

2 comments

  1. Liebe Kerstin,
    gerade lese ich Deine Geschichte. Das ist ja ganz schön schwierig. Erstmal wünsche ich Dir, dass es nicht mehr so lange dauert.
    Ich würde an Deiner Stelle Gemüse kaufen. Paprika, Gurke, Sellerie, Kohlrabi …., alles grobe Stücke schneiden und mir mit Hilfe des Personal Blenders (super das kleine Gerät) aus Avocado, Zitrone und Kräutern … einen Dip machen. Das ist auch ein prima Mittag- oder Abendessen, wenn man Appetit auf etwas Herzhaftes hat.
    Alles Gute für Dich und herzliche Grüße
    von Michaela

    1. Kerstin_Stephan

      Liebe Michaela,
      vielen Dank für Deinen freundlichen Kommentar. Und J A, wir sind endlich wieder zu Hause und ich kann in meiner Küche wieder richtig loslegen und mir leckere Sachen ausdenken 🙂

      Mit den Dips, da hast Du recht 🙂 Allerdings will ich nicht ständig pürierte Sachen essen. An so einen knackigen Salat mit Möhrchen, Gurken, Sellerie etc kommt kein Süppchen oder Dip heran. In der Rohkost wird eh viel püriert und weniger Zugebissen 😉 Ich brauche das. Aber als Alternative ist so ein Gemüsesüppchen schon eine gute Idee. Da hast Du recht.

      Alles liebe für Dich und herzliche Grüße von Kerstin

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