Haare waschen mit LavaErde

Seit 4 Wochen wasche ich meine Haare nur noch mit Lavaerde. Ich komme mir ein bisschen vor wie ein Freak. Immerhin wasche ich meine Haare mit „Dreck“. Etwas, was sich andere Menschen abwaschen würden. Und ich kann Euch sagen, dass Ergebnis ist ausgezeichnet. Diese Erde hat aber mit der Lava aus einem Vulkan nichts zu tun. Der Begriff Lava kommt ursprünglich von dem Wort lavare, was soviel wie waschen bedeutet. Es ist ein hellbraunes Tonpulver, das tief aus unserer Erde kommt. Ein natürliches und tensidfreies Waschmittel, das in Nordafrika schon seit Jahrhunderten genutzt wird. Vor allem zum waschen von Haaren, Körper und Gesicht.

Ungewohnt beim Waschen des Körpers und der Haare ist für viele vielleicht, dass es nicht schäumt. Auch für mich war es eigenartig und ich hatte im ersten Moment nicht das Gefühl von Reinigung. Allerdings war ich mehr als erstaunt als meine Haare trockneten. Sie waren weich und glänzend und das ohne Chemie. Ich war begeistert. Auch die Körperwaschung geht wunderbar. Das gute an dieser Erde ist, dass es den Säureschutzmantel der Haut nicht schädigt und das Haar nicht austrocknet. Die Rückfettung der Haare  wird reduziert, so dass nur noch sehr selten die Haare gewaschen werden müssen. Und ganz ehrlich, der Reinlichkeitswahn in den Industrieländern hat Ausmasse angenommen. Was an Haarwäschen, Deos, Seifen, Lotionen, Sonnencremes, Haarwasser, Duschgels, Badezusätzen usw. angeboten wird und was wir meinen alles zu brauchen, ist unglaublich. Die Herkunft der Inhaltsstoffe und die Inhaltsstoffe selbst sind kaum noch zu erkennen und nachzuverfolgen. Die Verpackungen sind bunt und  aus Plastik und die Werbung dazu aggressiv. Ausserdem locken sie oft mit falschen und irreführenden Siegeln. Kein Mensch sieht da mehr durch.

Sich mit Erde zu waschen ist halt ungewöhnlich. Wir sind es gewohnt duftende und schäumenden Shampoos und Seifen zu benutzen. Damit ist bei mir Schluss. Selbst meine Zähne werden nicht mehr mit handelsüblicher Creme geputzt. Aber dazu komme ich in einem nächsten Beitrag.

Bisher habe ich die  LOGONA Lavaerde  benutzt. Mir gefällt, dass sie in einer einfachen Pappschachtel angeboten wird. Die Anwendung ist simpel. Du rührst einfach etwas Erde mit abgekochtem Wasser an, so das eine cremige Paste ensteht und gibst es auf Deine Haare oder nutzt es als Seife für Gesicht und Körper. Ideal auch als Gesichtsmaske. Ich bin ganz glücklich dieses Waschmittel gefunden zu haben. Wenn Du Die Paste als Körperseife benutzt, könnt Ihr natürlich noch etwas ätherisches Öl hinzufügen. Es gibt herrliche Düfte an ätherischen Ölen. Schaut selbst was Euch gefällt und was Euch gut tut. Gebt nicht mehr als ca. 10 Tropfen dieser ätherischen Öle in eine Dose (Größe einer normalen Cremedose, wie auf meinem Bild). Ihr könnt beim Anrühren solch einer Paste nichts falsch machen. Ich selbst mag es eher etwas dicker mit ein paar Tropfen ätherischem Orangenöl. Andere mögen die Paste eventuell etwas flüssiger. Auch kein Problem. Wenn Ihr Euren Gesichtern noch mehr Schönheit geben wollt, streicht die Paste als Maske auf das Gesicht, lasst sie eintrocknen und spült sie nach ca 20 Minuten wieder ab. Zum Haare waschen würde ich die Paste immer frei von ätherischen Ölen lassen.

Lava-Erde besteht in erster Linie aus Tonablagerungen und ist schätzungsweise 60 bis 70 Millionen Jahre alt (Tertiär). Sie blieb im Lauf der Zeit zusammen mit Karbonaten liegen und findet sich heute als dünne Schicht zwischen Kalk und Gips. Ihr Mineralstoffreichtum ist beachtlich: Silizium (20 Prozent), Magnesium (14,3), Calcium (1,7) Natrium (0,56), Kalium (0,16) und Phosphor (0,08). Auch der Eisenanteil ist mit 6,62 Gramm pro Kilogramm relativ hoch. In Nordafrika ist Lava-Erde besonders wegen ihrer sanften Waschkraft beliebt. Marokko allein bringt es auf einen Jahresverbrauch von rund 8 000 Tonnen. Als Seifenersatz für die Reinigung des Körpers ist die Erde ebenso geeignet wie als natürliches Haarwaschmittel.

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